musik verboten

Musik verboten

Initiative gegen die neuen Schallschutzgesetze der E.U.

Initiative against the new sound emmission controlling laws in the E.U. collecting examples of criminalisation and ghettoising of professional musicians.

Iniciativa contra las nuevas regulaciones de emisiones de sonido en la U.E. colleccionando ejemplos de criminalización y ghettoización de músicos profesionales.

Facebook Seite (deutsch) – Facebook group (english)

Schon seit langem ist es schwer, in der Nähe anderer Menschen Musik zu lernen, zu üben, zu unterrichten, zu produzieren oder auch nur zu hören.

Immer mehr Klagewellen und neue Gesetze überrollen die Musiker, ein nicht zu unterschätzender Teil der Berufstätigen in Deutschland und in der EU, und zwingen diese in die Arbeitslosigkeit – nicht jeder Freiberufler kann sich einen Proberaum oder Unterrichtsraum mieten, wenn er gerade selbst über die Runden kommt. Und ist er dann erst wieder ALGII-abhängig, ist der Rückweg in die Arbeitswelt verbaut – Probenraummiete zahlt das Arbeitsamt nicht, in billigen Wohnungen darf erst recht nicht geübt werden, und ein Musiker, der wochen- oder monatelang nicht üben durfte, ist kein Musiker mehr. Auch der Aufbau einer Selbständigkeit mit ein, zwei, drei Schülern zuhause ist nicht mehr möglich.

Musikschulen werden aus den Gewerbemischgebieten hinausgeklagt und in die Gewerbegebiete vertrieben. Gleichzeitig wird der Musikunterricht an den staatlichen Schulen eingestellt. Da Kinder selten allein ins Gewerbegebiet fahren (meist braucht man ein Auto dazu) und die meisten Eltern weder Zeit noch Geld dazu haben, findet also kein Unterricht mehr statt, denn auch der nette Gitarrist von nebenan darf ja nicht mehr zuhause unterrichten. Wozu auch- üben darf der Schüler ja sowieso nicht – neben dem Unterricht und Instrument kann sich keine Familie noch einen Probenraum leisten!

Die neue Bildungspolitik? Lerne ruhig, solange Du keinen damit störst?

Probenhäuser werden aus den Gewerbegebieten herausgeklagt – wohin? Zwischen Fabriken ins Industriegebiet – und auch das nur eine Frage der Zeit. Werkstätten von Holzverarbeitern, Autoschraubern, Steinmetzen – alles in Ordnung. Aber wehe, jemand macht Musik!

Die Musikindustrie ist Berlins größter Exportartikel und für ganz Deutschland alles andere als unwesentlich. Aber Deutschland ist auch hierfür kein Produktionsstandort mehr.

WAS KÖNNEN WIR DAGEGEN TUN?

Demnächst soll eine Petition zum Thema an den Bundestag und an das EU-Parlament gestartet werden. Wir würden uns über juristische Hilfe freuen oder über Kontakt zu Leuten, die mit Petitionen Erfahrung haben – dies muß Erfolg haben!

Es soll ein internationaler DAY OF SILENCE als Gegenstück zur Fete de la musique eingerichtet werden. An diesem Tag soll KEINE Musik erklingen, nicht auf der Straße, nicht im Konzertsaal, nicht in der Kneipe, nicht im Radio und nicht im Fernsehen. Wir wollen darauf aufmerksam machen, wie sehr Musik ein Teil unseres Lebens ist und wie karg die Welt ohne sie ist. Schwer zu realisieren, aber man kann´s ja mal probieren. Wir würden uns am meisten über Zusagen von Gastwirten und von Sendern freuen! Termin soll ein Wochentag sein, da wir am Wochenende vor allem Veranstalter schädigen würden, die haben es nun wohl am allerwenigsten verdient…

 

musicboard

Ich war gestern bei der 2. Anhörung des musicboards zu Gast, mehr dazu hier: http://www.berlin.de/rbmskzl/musicboard/

Zwar hatte ich Gelegenheit, mich dort zu äußern, aber zu kurz ;- ) es gibt so viel zu sagen. Hier deshalb für Euch meine schriflichen Nachreichungen, mit der Bitte an Euch, zu ergänzen, hier oder direkt beim musicboard!

*

Liebes musicboard,

hier noch einmal in schriftlicher Form meine Vorschläge sowie Ergänzungen. Durch mehrere Gespräche direkt nach der Anhörung wurde mir klar, daß die kurz gehalteneBeitragsart anstelle einer Diskussion zwar formal sehr angenehm war, jedoch die Verarbeitung der Informationen sehr schwierig machte, außerdem scheine ich meineSelbstdarstellung zu Lasten meiner Glaubwürdigkeit vergeigt zu haben – deshalb hier nochmal systematisch.

1. ICH

bin MUSIKERIN, ja, zu allererst und zu allerletzt. Studiert (Gesang) und erfahren: Bühnenengagements seit 1996 und seit 2001 nonstop Freiberuflerin. “HartzIV” habe ichnie bezogen und lediglich 2x öffentliche Förderung für 2 Opernprojekte mit meinem Ensemble “canteatro” erhalten, 2005 und 2006, insgesamt 2.500,- Euro für zusammen16 Mitwirkende, Technik, Räume, Werbung und Bühnenbild. Meine Band “Feline&Strange” existiert seit 2009 und räumt gerade hervorragende Rezensionen ab. AlleMitglieder sind Freiberufler oder ALGII-Empfänger. Wir produzieren uns selbst, auch das komplett aus eigener Tasche, und sind und bleiben GEMA-frei.

Verdienen tun wir noch nicht viel, leben tun wir vom Unterrichten.

“musik erlaubt” ist 2004 mit den Vorbereitungen zur ersten Opernproduktion entstanden aus der Notwendigkeit heraus, feste Probenräume und später auch eineSpielstätte zu finden. Ich habe mich sozusagen selbst gefördert, indem ich mit Christoph Klemke und seiner Ausbildungsstätte für Sounddesign und Musikpädagogik“datenklang” ein Netzwerk gegenseitiger und NICHTFINANZIELLER Unterstützung aufgebaut habe, von dem nicht nur ich und mein Ensemble profitieren, sondern heutemindestens 1.000 Musiker.

2. AUFGABE: INTERVENTION

Ich habe als wichtige Aufgaben des musicboards Intervention und Beratung genannt. Ich erläutere das aus meiner eigenen Erfahrung heraus:

Wir haben das erste Musikzentrum am Senefelderplatz und die heutige Heimat am Ostkreuz aus eigener Kraft, sowohl finanziell als auch buchstäblich, aufgebaut und dabeialle Höhen und Tiefen erlebt, vor allem auch im –überwiegend unnötigen- Streit mit Ämtern und Eigentümern. Z.B. mußten wir das ehemalige Umspannwerk in Lichtenbergumnutzen, obwohl die “Vattenfall” hier bereits seit 5 Jahren Probenräume betrieben hatte (und das schlecht). An den Schulden zahlen wir noch heute.

Recht bekommen haben wir letzendlich immer, außer im jüngsten Fall, der Schließung der Musikschule “Meyerbär” durch das Bezirksamt Pankow. Auch hier hatten wirrecht, sprich, haben alle Schallschutzauflagen erfüllt, trotzdem wurde uns ohne weitere Begründung die Nutzung untersagt. Schwamm drüber.

Worauf ich hinauswill: Geholfen hat uns keiner; ermutigt, ja, ein paar Stadträte und die Bezirksbürgermeisterin, aber was wir gebraucht hätten, wäre gewesen:

-Rechtsberatung, besser noch kostenlose Rechtshilfe

-Beratung im Vorfeld über die Rechtslage, vor Abschluß des Pachtvertrages (obwohl: dann hätten wir´s vermutlich nicht gemacht)

-Vermittlung von zuverlässigen Gutachtern, besser noch: Übernahme der Schallschutzgutachten (übrigens: wir lagen in allen Fällen unter den gesetzlichen Grenzwerten.Bezahlen mußten wir natürlich trotzdem.)

-fachliche Beratung durch Architekten etc., eine Dienstleistung, die wir inzwischen selbst anbieten

All das hätte uns geholfen, durchzuhalten. Vielleicht würde dann auch die Musikschule noch existieren und unsere Musiktheater-Spielstätte in Lichtenberg. Ebenfalls,Schwamm drüber, aber das meinte ich mit der Aufgabe Intervention und Beratung.

3. AUFGABE: KOMMUNIKATION

Die Informationen über Plattformen, Auftrittsmöglichkeiten, Beratungsstellen, Fördermöglichkeiten sind derzeit bestenfalls hierarchisch strukturiert im Internet etc. zufinden. Arbeitsberater sind hier komplett überfordert, wie wir von den (durch die ARGE geförderten) Teilnehmern unserer Weiterbildung (Sounddesign undMusikpädagogik) wissen. Hierarchisch bedeutet: Zunächst muß man wissen, in welchse Förderraster man fällt, dann kann man bei der entsprechenden Stelle – bzw. vielendavon – anfragen. Z.B. Langzeitarbeitslosigkeit – Absolvent – seit 2 Jahren bühnentätig – Gründer – etc.

Das musicboard sollte versuchen – und das mit einer entsprechenden Imagekampagne unterstützen – diese Informationen zu bündeln, wenigstens in Form von Verweisenauf entsprechende Webpräsenzen, und die Anbieter nötigen, sich beim Eintrag in eine Suchmaske einzugliedern, die dem Musiker hilft, schnell viele mögliche Anlaufstellenzu finden. Einen entsprechenden Entwurf haben wir schon vor Jahren vorbereitet, allerdings nie in die Tat umgesetzt, da uns die Mittel fehlten: Hier wäre tatsächlich maleine berlinweite, besser bundesweite Plakat- und Spotkampagne angesagt, um das musicboard bekannt und als Hauptanlaufstelle attraktiv zu machen, sowohl unterAnbietern als auch unter Suchenden. Vielleicht die beste Möglichkeit, um die Million anzulegen. Und mit Werbung wieder reinzuholen. Wohlgemerkt: auch und geradeprivate Anbieter sowie Stiftungen sollten hier vertreten sein – und warum dann nicht für den Link auf die dazugehörige Firma Geld verlangen? Allerdings muß hier eineSortierung erfolgen: der Link zum Förderer bzw. direktem Anbieter, z.B. von Kursen oder Räumen, muß kostenfrei sein, sonst tragen sich kleine Anbieter nicht ein. Ein Linkzur Produktseite ist dann kostenpflichtig. Beispiel: Ableton mit der hauseigenen Ausbildung, natürlich wird der Produktname hier genannt und erscheint als Suchwort,inseriert kostenfrei – das bunte und auch auf anderen Seiten sichtbare Ableton-Live-Banner selbst kostet dann aber etwas.

4. NETZWERK

Wenn das musicboard etwas gezielt fördert, soll es Strukturbildung sein. Soweit waren wir uns gestern alle einig. Hilfe zur Selbsthilfe! Nur wie?

Netzwerkbildung sollte auf allen Ebenen belohnt UND vereinfacht werden. Das oben genannte Portal sollte es z.B. auch Bands ermöglichen, ihre Räume zur Untervermietung anzubieten oder ihrEquipment zu verleihen. Auch Unterrichtsangebote hätten hier Platz. So können sich die Musiker selbst “fördern” – und das nachhaltiger als jeder finanzielle Zuschuß es könnte!

Auch die Zusammenarbeit von “Großen” und “Kleinen” sollte belohnt werden, z.B. zwischen einem Major und einem kleinen Undergroundstudio – eine echte WinWin-Situation. Haben wir hier imWiesenweg auch, und alle sind happy. Es fehlt da nur an Informationswegen. Belohnung kann hier einfach eine Pressemeldung zugunsten des Images des Majors sein.

Ebenso sollte die Schaffung und Vermietung von Probenräumen und Studios wenn nicht subventioniert, so doch unentgeltlich belohnt werden, z.B. indem dann die Werbeeinträge o.g. Portalseben kostenfrei sind.

Das musicboard kann und sollte aber auch einen Qualitätsmaßstab schaffen! Es ist einfach, eine leere Immobilie zum Probenhaus zu erklären. Schwer jedoch, sowohl bauliche als auchnetzwerktaugliche Strukturen zu schaffen, die ein Haus tatsächlich zum Musikzentrum machen. Ich klopfe mir und meinem Kompagnon selbst auf die Schulter und erkläre uns in diesem Bereichfür erfolgreich und sachverständig. Und allein auf weiter Flur. Konkurrenz brauchen wir nicht zu fürchten mit 400 Bands auf der Warteliste, daher äußere ich den Wunsch, Information undBeratung durch das musicboard auch den von Geoffrey erwähnten Investoren, die (wie schön der Ausdruck paßt) von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, zur Verfügung zu stellen (oder nochbesser, an die reichen Leute arme Netzwerker wie eben orwoHaus oder uns gegen Gebühr zu vermitteln). Und vor allem zu vermitteln, daß sich die Investition lohnt – jedes ausSchallschutzgründen o.ä. geschlossene Probenhaus zieht das Image der Profimusiker weiter in den Schmutz und schreckt andere Gründer ab.

5. VORSCHLÄGE AN DIE LEGISLATIVE

Petitionen sind gut und schön, aber ob sie etwas bewirken?

Das musicboard ist ein politisches Organ und kommt (bzw. seine Vertreter) trotz mangelnder legislativer Funktion viel besser an die Entscheider heran als all die vielen Musiker undMusikwirtschafter. Es sollte diese Sprachrohrfunktion daher bewußt wahrnehmen!

Wie?

-Online-Kummerkasten. Kann per Maske gebündelt werden, um die nötige Arbeitskraft einzudämmen. Ähnlcih wie der Fragenkatalog: Was hindert Euch am Musikmachen? Was sind Eure größtenProbleme? Wo fehlt das Geld am meisten? Bitte ankreuzen! Aber bitte mit einem Freitextfeld. Mit Zeichenbegrenzung.

-regelmäßige Vorsprache beim Regierenden Bürgermeister oder beim jeweiligen Amt (das dürfte immer wieder das Umweltamt sein, aber auch das Stadtplanungsamt) zur Übergabe dergesammelten Infos

-Eingaben und Vorschläge zur Anpassung von Richtlinien und deren Umsetzung, wenn nicht gar zur Gesetzesänderung, beim Senat, beim Bund und bei der EU. Wenn einzelne Initiativen diesversuchen, via Petition oder Sammelklage, scheitert es meist am Atem, an den Finanzen und an der Formulierung bzw. Gesetzeskenntnis, hier müssen Fachleute ran, Politiker und Anwälte. NichtMusiker, von denen aber kommen die Ideen.

6. IMAGE

Eine Hauptaufgabe des musicboards sehe ich aber darin, nachhaltig das Image des professionellen Musikers in Deutschland zu stärken. Immer noch heißt es hier “Kinder rein, Wäsche weg, dieMusiker kommen”. Immer noch wird man auf Ämtern und in Gerichten mit zweierlei Maß gemessen, O-Ton Umweltamt “Ja DIE arbeiten ja auch.” (Gemeint waren Steinmetze, die 8 Stunden täglichunter freiem Himmel Stein sägen durften, der Musikunterricht im gleichen Hof hingegen, täglich 4 Stunden indoors bei geschlossenen Schallschutzfenstern, wurde verboten.) Queen Mum fragtemal Arthur Rubinstein nach seinem Konzert: “Sie spielen aber schön! Was machen Sie denn beruflich?” Die Berliner Morgenpost titlte kürzlich in einem Artikel über “musik erlaubt”: Sie wollendoch nur spielen…” Gut, spielen ist im Deutschen (leider) zweideutig, trotzdem bleibt die Assoziation: Hobby.

Solange dieses Image dem Profimusiker anhaftet, ist es unmöglich, eine nachhaltige Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen zu erzielen.

7. ORGANISATION

Zum Schluß noch etwas Formales:

Es ist leicht absurd, eine Anhörung zum Thema Nachwuchsförderung um 16 Uhr anzusetzen.

Fast alle freiberuflichen Musiker, die das Thema angeht, leben vom Unterrichten. Ich auch.

Musikschüler, gleich ob schulpflichtige Kinder oder “normal” berufstätige Erwachsene, kommen nachmittags, ab 15 Uhr.

Ich habe für die Teilnahme an der Anhörung rund 100,- Euro “bezahlt”, sprich, an nicht verlegbarem Unterricht eingebüßt. Das war es mir wert, aber leicht fällt das nicht. Vielleicht könnte mandas bei zukünftigen Anhörungen bedenken – und sie vormittags abhalten. Musiker arbeiten nachmittags und abends für Geld, vormittags wird meist “nur” geprobt.

 

 

Politik

Liebe Politiker,

wir sind NICHT die Bösen, wir sind KEINE Verbrecher und KEINE Feinde des Gesetzes!

Wir haben einfach nur große Angst um unser aller Existenz.

 

Wir versuchen lediglich, unseren Beruf auszuüben. Und wir möchten dafür dieselben Rechte haben wie andere Arbeitende! Wir müssen uns mehr als die meisten anderen Berufstätigen vorbereiten, tägliches Üben ist Pflicht, auch am Wochenende; Urlaub kennen Musiker nicht. Unsere Arbeitszeiten, sprich, die, mit denen wir Geld verdienen, sind normalerweise dann, wenn andere FREI haben, denn dann nimmt man Unterricht oder möchte ein Konzert genießen.

Wir beklagen uns nicht, wenn wir bis Mitternacht arbeiten, dann abbauen, auf unser Geld warten, um 2 endlich nach Hause kommen und um 6.30 von Bauarbeitern geweckt werden.

Aber wenn uns dieselben Bauarbeiter VERklagen, weil wir nachmittags um 17 Uhr Schüler unterrichten oder uns um 19 Uhr auf unser Konzert vorbereiten, müssen wir (nicht etwa der Kläger) mit einem Schallschutzgutachten von mindestens 1.000,- Euro (was unserem Brutto-Monatseinkommen entspricht – in GUTEN Monaten) beweisen, daß wir die Gesetze einhalten. Beweislastumkehr – ist das fair?

Im schlechteren Fall erhalten wir Auflagen, müssen entweder dämmen (in einer Mietwohnung?!), danach natürlich erneut schallmessen lassen, oder einen Probenraum mieten – für eine Band normal, aber für einen Solisten nicht bezahlbar. Dazu kommt, daß durch die Klagewellen der letzten Jahre die Probenräume immer mehr in die Außenbezirke, sogar Industriebezirke, gedrängt werden. Das bedeutet nicht nur, daß unsere Arbeitszeit um stundenlage Fahrerei verlängert wird, sondern auch, daß wir gezwungen werden, ein Auto anzuschaffen, zusätzlich zu den Kosten für den Probenraum! Außerdem verlieren wir Einkommen – denn welcher Privatschüler kommt schon ins Industriegebiet?

Ähnliches gilt für Clubs – momentan Anziehungspunkte für Touristen, Laufkundschaft und Mieter für Privatveranstaltungen. Fällt das weg, weil der Club zum Umzug gezwungen wird, fallen auch die Touristen weg – wollen Sie das??? Dämmmaßnahmen sind für Neugründer Pflicht, zusätzliche Auflagen schon in der Gründungswoche bedeuten aber meist die sofortige Pleite. Und auch Touristen wollen räumliche Nähe, aber sicher nicht im Industriegebiet wohnen.

 

Unser Vorschlag, Raum und Zeit für Musik zu schaffen, soll alle zufriedenstellen. Gern hören wir uns Ihre Gegenvorschläge an.

Aber bitte, bitte, beschützen Sie uns!

 

 

DEAR POLITICIANS,

we are NOT your enemies and NO enemies of the law (and sorry folks, I will kill any comment that sound the like because I want to, MUST keep this one clean)!

But sometimes the law is our enemy – any person can sue against us musicians and make us prove that we are right (no In Dubio Pro Reo for musicians!), one person can ruin a whole area. Most of us are freelancers, and being sued means we lose our income, or have to invest that much that it is more economic to be unemployed.
Every person who is working is protected by the law and by the public opinion – but not musicians.
Just check how much money we move or those who travel to hear us, who buy our products or who work with the aid of music.
Just try to imagine a world without professional music. And then ask yourself how one BECOMES a professional musician.

By making music.

Please, please help us to do so!

 

 

Und was machen Sie beruflich?

s haben sicher schon viele von uns gehört  – man schrubbt im Schweiße seines Angesichts sein Konzert runter, steckt den Hungerlohn ein und rechnet gerade durch, ob´s für die Miete reicht, obwohl eine Saite geknallt ist (gibt´s dafür eigentlich ne Versicherung???). Da kommt ein begeisterter Zuhörer an, schön das, lobhudelt den gelungenen Auftritt, auch sehr schön das (Ihr wißt ja: das Brot des Künstlers…ha!). Und dann kommt die unvermeidliche Frage:

“Und was machen Sie eigentlich sonst so?”

Nun ja, das entbehrt ja nicht unbedingt jeder Grundlage- schließlich müssen die meisten von uns ihren Lebensunterhalt mit Unterrichten aufbessern, wer das nicht kann oder will, fährt Taxi wie die Schauspieler oder kellnert – alles ehrbare und inspirierende Tätigkeiten. Na, wir vermieten Probenräume und bilden aus, auch nix anderes. Aber hinter der Frage steckt ja nicht der Wunsch, zu erfahren, wie es ein Berufsmusiker heutzutage schafft, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, sodnern vielmehr die Mißachtung der extrem langen und harten, oft auch teuren Ausbildung des Musikers, seines urlaubs- und wochenendelosen Arbeitsalltags (vom Feierabend ganz zu schweigen), seinen mörderischen Arbeitszeiten und natürlich auch dem unglaublichen Maß an Diskriminierung und Reglementierung, dem unser Berufsstand ausgesetzt ist.

Ich bin ja froh, daß TV-Sendungen wie “Popstars” oder “DSDS” dem Otto und Lieschen Teenager wenigstens ansatzweise vermittelt haben, daß z.B. SINGEN etwas ist, das man LERNEN kann (und muß). Wenigstens habe ich seitdem keine Schülersorgen mehr ;-)

Wäre es nicht mal an der Zeit, ein TV-Format über Musiker zu machen? Ein EHRLICHES???

 

So, und nun die versprochenen Beispiele:
Frage des Musikschulleiters bei der Vorladung beim Ordnungsamt Pankow: “Neulich haben die Steinmetze in unserem Hof den ganzen Tag Fliesen geschnitten, draußen, wir und das Tonstudio konnten den ganzen Tag nichts machen. Was ist denn damit, kriegen die auch eine Anzeige?”
Antwort der Beamtin: “Nein, DIE arbeiten ja.”
Queen Mum nach dem Konzert zu Arthur Rubinstein: “Hach, Sie spielen ja so schön Klavier… was machen Sie eigentlich beruflich?” habt Ihr noch mehr?

 

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist deutlich moderater durch die Wirtschaftskrise gekommen als andere Wirtschaftsbranchen. Im Vergleich zum Jahr 2008 stieg die Zahl der Erwerbstätigen in der Branche leicht von einer Million auf rund 1,024 Millionen (1,8 Prozent). Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich von 763.000 auf rund 787.000. Der Umsatz in der Branche ist zwar – um 3,5 Prozent – auf 131,4 Milliarden Euro gesunken, damit war der Umsatzrückgang allerdings deutlich geringer als in der Gesamtwirtschaft (dort 8,5 Prozent). Der Umsatzanteil der Kultur- und Kreativwirtschaft an der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2009 bei 2,7 Prozent.
http://www.kultur-kreativ-wirtschaft.de/KuK/Navigation/kultur-kreativwirtschaft,did=349672.html

  1. Auszug aus der EU-Richtlinie: “Diese Richtlinie gilt weder für Lärm, der von der davon betroffenen Person selbst verursacht wird, noch für Lärm durch Tätigkeiten innerhalb von Wohnungen, Nachbarschaftslärm, LÄRM AM ARBEITSPLATZ, in Verkehrsmitteln oder Lärm, der auf militärische Tätigkeiten in militärischen Gebieten zurückzuführen ist.”
    Es läuft also wieder darauf hinaus, daß Musik nicht als Arbeit bewertet wird.

 

 

In dubio pro reo

dubio pro reo – im Zweifel für den Angeklagten.

Heißt das nicht, derjenige, der einen anderen verklagt, muß dessen Schuld nachweisen?

Weit gefehlt. Im Fälle von “Lärmbelästigung” muß derjenige, der eventuell den Lärm verursacht, seine Unschuld nachweisen, und die Kosten dafür in voller Höhe selbst tragen.

Möchten Sie ein paar hart arbeitende Leute, die einen großen Teil des deutschen Bruttosozialprodukts erwirtschaften und das Ansehen Deutschlands, insbesondere Berlins, in der Welt nachhaltig positiv prägen, kriminalisieren und in die Insolvenz und Arbeitslosigkeit treiben?

Leicht. Rufen Sie einfach beim Ordnungsamt an und behaupten Sie, sie hörten den Musiker von neben an bei der Arbeit.

2 Stunden pro Tag bei Laien und 4 bei Profis sind erlaubt? Nebensächlich. Hat der Musiker erst einmal das Verfahren bezahlt, ist er sowieso pleite und kann sich keine der mit Sicherheit geforderten Maßnahmen leisten. Da ein Musiker, der keine Musik macht, kein Musiker ist, muß er entweder den Beruf wechseln bzw. sich arbeitslos melden oder das Land verlassen. Problem gelöst!?

 

Musik ist Lärm?

sik

– ist kein Lärm: sie enthält Strukturen, Regelmaß und ist kein Nebenprodukt, sondern Selbstzweck, daher per Definitionem WEDER GERÄUSCH NOCH LÄRM. (Gesetzestext untenstehend)

– unterscheidet den Menschen vom Tier. Kein Tier kann Musik machen oder bewußt wahrnehmen. Kennt jemand eine andere Definition für “Mensch”?

– ist lebensnotwendig, wie etliche Testreihen gezeigt haben, und kann Krankheiten heilen.

– ist universal: überall auf der Welt, wo es Menschen gibt, gibt es auch Musik.

– ist übersprachlich und überkulturell, das beste Mittel zur Völkerverständigung.

– ist umweltfreundlich.

– fördert die Intelligenz.

– dient der emotionalen Abfuhr, der Katharsis.

– macht Spaß.

– vertreibt Schüchternheit, Angst und  Einsamkeit.

 

Was noch?

– Es gibt eine Menge Leute, die nicht schlafen können, wenn es still ist (ich gehöre dazu). Gilt übrigens auch für Kinder! Ich persönlich bin noch keiner Ausnahme begegnet – hat ja evolutionär auch Sinn.

– Musik macht als Gemeinschaftserlebnis am glücklichsten, also NICHT per Kopfhörer.

– Tanzen zu Musik ist die gesündeste und effektivste Art, abzunehmen und den Kreislauf zu stabilisieren, beugt dabei, auch durch die vegetativ stabilisierende Wirkung der Musik selbst, diversen Zivilisationskrankheiten vor.

– Das musikalische Gemeinschaftserlebnis gibt es so lange wie Menschen.

Gesetze gegen Musik? Gegen das Hören? Gegen das Ausüben? Was steckt dahinter- wohl kaum die Suche nach Ruhe… dann würden nicht die Musiker und Instrumente fast überall an erster und zweiter Stelle auftauchen, weit vor Motoren, Baumaschinen, Rasenmähern, Bohrmaschinen… Ist es Neid? Auf das Ausüben-Können, das Genießen-Können, das Dabei-Sein? Wäre es nicht sinnvoller, diese unglücklichen Menschen wieder ins Musik-Erleben einzuführen? Stattdessen wird der Musikunterricht an den Schulen gestrichen. Es scheint, der Staat hat tatsächlich Angst vor der Musik selbst.

Das Bundesumweltamt sagt dazu:

“Ordnungswidrigkeit: Geräusche können durch unsachgemäßes Verhalten oder missbräuchliche Nutzung von Gegenständen störend wirken.
Möglicherweise liegt eine Ordnungswidrigkeit vor. Im Ordnungswidrigkeitengesetz § 117 Unzulässiger Lärm (1) heißt es dazu: “Ordnungswidrig handelt, wer ohne berechtigten Anlass oder in einem unzulässigem oder nach den Umständen vermeidbaren Ausmaß Lärm erregt, der geeignet ist, die Allgemeinheit oder die Nachbarschaft erheblich zu belästigen oder die Gesundheit eines anderen zu schädigen.”

http://www.umweltbundesamt.de/laermprobleme/gesetze.html

Schon Wilhelm Busch wußte: “Musik wird störend oft empfunden, dieweil sie mit Geräusch verbunden.”

…eben… Musik ist KEIN Geräusch… also auch kein Lärm!!!

Tucholsky sah das pragmatischer: “Lärm ist das Geräusch Anderer.” SO sieht´s nämlich aus – alle wollen Krach machen, aber niemand anders dabei hören. Sorry, Leute – dann seid Ihr in einer STADT definitiv falsch. Es gibt doch so viele verschlafene Dörfer, die über sinkende Einwohnerzahlen klagen… und tschüss…!